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Fassaden-Dämmung

Die Außenwand hat den größten prozentualen Anteil an der energetischen Hülle eines Gebäudes. Entsprechend hoch ist der Energieverlust durch eine schlecht gedämmte Fassade. Eine fachgerechte Dämmung ist deshalb die wichtigste Maßnahme zum Energiesparen.

Am Anfang der Sanierung steht die Diagnose der Fassade und ihrer Schwachstellen. Hierbei ist ein Energieberater der richtige Helfer. Da diese Bezeichnung nicht geschützt ist, muss der Hausbesitzer genau hinschauen, wen er beauftragt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat deutschlandweit Energieberater gelistet, welche Vor-Ort-Beratungen durchführen, und fördert diese Termine zudem noch. Informationen finden Sie hier.

Eine Alternative bieten die bundesweit mehr als 400 Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen (Liste unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de). Dort kann schon für 5 Euro ein Gesprächstermin vereinbart werden. Je mehr Pläne, Fotos und andere Unterlagen der Bauherr mitbringt, um so differenzierter ist die Beratung. Für Einzelfragen kann dann ein Berater zu einem Hausbesuch kommen.

Bei selbstständigen Energieberatern ist der berufliche Hintergrund wichtig: Da es um die Beurteilung des gesamten Hauses geht, ist ein Architekt oder Bauingenieur geeigneter als ein Fachhandwerker mit zusätzlicher Qualifikation. Dieser ist aber für die Ausführung die Idealbesetzung. Ihr Energieberater wird eine Empfehlung aussprechen, wie die Fassade gedämmt werden sollte. Dies hängt vor allem von der Außenwandkonstruktion ab und bietet grundsätzlich vier Möglichkeiten.

Wovon die Dämmwirkung abhängt:

  1. Von der Dicke des Dämmstoffes
  2. Von seinem Wärmeleitverhalten. Darüber sagt zunächst der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) etwas aus: Er besagt, wie viel Wärme bei Temperaturgefälle durch 1qm Wandfläche verlorengeht, und wird in Watt pro Quadratmeter (W/m 2 K) gemessen. Je kleiner der U-Wert eines Bauteils, desto besser ist das Wärmedämmvermögen. Kleine U-Werte erreicht man mit Baustoffen geringer Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert). Auch hier gilt: Je kleiner der Lambda-Wert, um so besser das Wärmedämmvermögen. Baustoffe werden nach ihren Lambda-Werten in Wärmeleitfähigkeitsgruppen eingeteilt.

Rundum eingehüllt: Wärmedämmverbundsystem

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Wärmedämmung

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Wärmedämmung

Die meisten Häuser in Deutschland verfügen über einen einschaligen Wandaufbau zum Beispiel aus Ziegel, Bims- oder Porenbeton. Zur äußeren Dämmung solcher Fassaden sind sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) oderPerimeterdämmung weit verbreitet: Platten aus Polystyrol-Hartschaum, Steinwolle, Polyurethan oder auch Holzfaser werden auf die Fassade geklebt, gedübelt oder mit Schienen befestigt. Darauf wird eine Armierung aus Glasgewebe in einen „Grundputz“ eingearbeitet, um Spannungsrisse zu verhindern. Zum Schluss folgen Außenputz und Anstrich. Es gibt zahlreiche Komplettsysteme mit Klebstoff, Dämmstoff, Armierung und Putz. Schon aus Gewährleistungsgründen sollten Sie immer alle Bauteile der Dämmung von einem Hersteller beziehen.

Nicht immer ist das Gemäuer zum Zeitpunkt der Sanierung komplett trocken. Die Feuchtigkeit kann jedoch nur nach und nach entweichen, wenn der Dämmstoff und der Putz wasserdampfdurchlässig sind – Hartschaumplatten sind hier im Nachteil. Der große Vorteil dieser Dämmung ist: Sie lässt sich schnell und einfach montieren. Wenn also ohnehin eine Fassadenrenovierung ansteht oder für Dacharbeiten ein Gerüst aufgebaut wird, ist die gleichzeitige Außendämmung eine Überlegung wert. Allerdings wird häufig die äußere Gestalt des Hauses verändert. Simse und Verzierungen lassen sich zwar rekonstruieren, fallen jedoch meist aus Kostengründen einer schlichten Fassade mit tiefergelegten Fenstern zum Opfer.

Konkurrenzlos günstig: Kerndämmung

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Kerndämmung

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Kerndämmung

Bei zweischaligem Mauerwerk, wie es vor allem in Norddeutschland häufig vorkommt, ist Kerndämmung das Mittel der Wahl. Sie ist konkurrenzlos günstig – auch, weil kein Gerüst aufgebaut werden muss: Zunächst wird die Luftschicht zwischen dem Mauerwerk mit einem Endoskop ausgemessen. Dann wird über eine Bohrung in der Wetterschale Dämmmaterial – zum Beispiel Steinwollflocken oder Perlit-Granulat – in diesen Hohlraum eingeblasen. Hier ist man mit wasserresistentem oder -abweisenden Material wie Perlite meist besser beraten als mit Dämmungen, die bei Feuchtigkeit nicht mehr wirken, schimmeln oder verrotten (Zelluloseflocken) Allerdings gibt es in der Luftschicht auch Hindernisse wie Mörtelanker oder durchgehende Bindersteine. Dadurch könnte der Dämmstoff nicht alle Hohlräume füllen oder sich ungleichmäßig verteilen – rieselfähiges Material ist hier klar im Vorteil, es kann solche Hindernisse „unterspülen“.

Kompromisslösung: Innendämmung

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Innendämmung

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Innendämmung

Oft ist die Innendämmung die einzig praktikable Lösung: Bei denkmalgeschützten Häusern, Fachwerkhäusern oder regionaltypischen Fassaden soll oder darf das Äußere des Hauses nicht verändert werden. Andernorts sind Gebäudeabstände oder Hausfluchten vorgeschrieben. Eine Innendämmung bringt immer zwei entscheidende Nachteile mit sich: Sie kostet Wohnraum und kann bauphysikalisch problematisch werden. Bei nicht fachgerechter Ausführung führt sie oft zu feuch- ten Wänden (Taupunktverlagerung) und Schimmelproblemen. Bei guter Beratung kann man die Dämmung aber selbst montieren. Wichtigste Voraussetzung für eine Innendämmung ist deshalb eine trockene Außenwand, in die weder von außen noch von unten Feuchtigkeit eindringt. Es gibt verschiedene Ausführungsformen. Meist wird auf der Raumseite des Mauerwerks eine Unterkonstruktion angebracht. Diese wird mit Dämmmaterial – zum Beispiel mit Platten aus Kork, Mineralwolle, Holzfasern oder Polystyrol – gefüllt. Darauf wird eine Dampfsperre, luftdicht mit den angrenzenden Flächen verklebt, und abschließend meist Gipskartonplatten mon- tiert. Es gibt auch Verbundplatten, beispielsweise mit einem Polyurethan-Kern, Deckschichten aus Gipsfaser und einer integrierten Dampfbremse. Hier ist immer erst einFachmann zu fragen, um die Bausubstanz nicht zu gefährden! In der Regel werden nur die Innenseiten der Außenwände gedämmt, nicht aber die Zwischenwände oder Geschossdecken, welche im Winkel auf die Außenwände laufen. Hier entstehen Wärmebrücken: Die kälteren Bauteile ziehen Wärme ab, tragen zum Energieverlust bei, und es kann in diesen Bereichen Feuchte aus dem Raum kondensieren und Schimmel begünstigen. Diese Gefahr lässt sich mindern, wenn Dämmung und Dampfsperre über die Raumecken hinweg geführt wird. Damit die Dampfsperre beim späteren Befestigen von Regalen nicht beschädigt wird, muss die Wandbeplankung ausreichend dick sein.

Vielseitig gestaltbar: Vorgehängte Fassade

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Aufwendiger, aber dafür vielseitig architektonisch gestaltbar ist eine hinterlüftete Vorhangfassade. In der häufigsten Ausführung werden auf die Fassade Kanthölzer gedübelt, dazwischen kommt lückenlos der Dämmstoff. Auf dieser Konstruktion wird eine ebenfalls dämmende Holzweichfaser oder Dämmplatte montiert. Den Abschluss bildet eine Holzverblendung. Damit diese gut hinterlüftet ist, wird sie auf eine Lattenkonstruktion geschraubt. Alternativ kann die zweite Schale auch mit Leichtbauplatten, Schieferplatten oder wartungsfreien Vormauerziegeln erstellt werden. Wer nur einen Giebel dämmen möchte und weniger Wandaufbau will, kann es auch mit einer Dämmschicht machen.

Vieles geht mit Eigenleistung!

Selber dämmen wird von Profis oft kritisch gesehen: Eine Fassadendämmung setzt viel – bauphysikalisches – Wissen voraus. Andererseits achtet der Hausbesitzer aus Eigeninteresse penibel auf kritische Stellen. Oft gibt es von Dämmstoffherstellern genaue Verarbeitungsanleitungen, die, befolgt man sie, kaum Fehler zulassen. Alternativ müsste eine Fachfirma ran, die dann aber für ihre Arbeit geradestehen müsste. Ein Mittelweg kann Selbermachen unter fachlicher Anleitung sein. Mit einigen Handwerkerfirmen lässt sich das arrangieren. Sie müssen aber vorher klären, wer wofür haftet und das schriftlich festhalten.

SELBER MACHEN 03/2009

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